Quartalsbericht

Die USA vor moderater Wachstumsbeschleunigung, Europa löst sich aus der Rezession

Die Einkaufsmanager-Indizes (PMI), welche mit Ausnahme der Euroländer weiter über die kritische 50-Punkte-Marke angestiegen sind, signalisieren im Verlaufe des Jahres eine weltweite moderate Erholung der Wirtschaftsaktivität. Dabei entwickelt sich der Aufschwung in den USA auf zunehmend breiterer Basis, ausgehend vom privaten Konsum, der Investitionstätigkeit der Unternehmen sowie des Bausektors. Die Erreichung des Schuldenlimits im Mai wird durch eine Haushaltsvorlage, welche die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA verhindert, bereinigt. Die neue Vorlage sichert die notwendigen Mittel bis zum 30. September, dem Ende des Fiskaljahres in den USA. Dabei werden zwar automatische Kürzungen in Höhe von 85 Mrd. Dollar wirksam, jedoch wird bei den Militärausgaben eine größere Flexibilität ermöglicht. Der Einfluss der bereits seit dem 1. Januar 2013 in Kraft getretenen automatischen Steuererhöhungen und der Ausgabensenkungen per 1.März 2013 („Sequester“) dürften im ungünstigsten Fall das Wirtschaftswachstum um ca. 1.5% reduzieren. Die zunehmende Wachstumsdynamik im ersten Halbjahr wird dadurch in der zweiten Jahreshälfte gebremst.

In Europa ändert sich wenig am Trend, dass der nördliche Teil mit Deutschland aufgrund der starken Exporttätigkeit am weltweiten Aufschwung deutlich mehr teilhaben wird als der strukturschwache Süden. Dennoch hat die Eurozone insgesamt die Talsohle durchschritten und einen leichten Aufwärtstrend eingeschlagen. Hingegen zeigen die vom faktisch zahlungsunfähigen Zypern ausgehenden Turbulenzen, dass die Eurokrise noch nicht vollständig ausgestanden ist. Ebenso ist die unsichere Regierungsbildung in Italien eine Belastung für die Eurozone.

In China schliesslich sollte sich das Wirtschaftswachstum beschleunigen, da sich der Exportsektor erholt und der Kreditzyklus an Fahrt gewinnt. Der Einkaufsmanagerindex ist mit einem Indexstand von 50.9 hingegen noch auf bescheidenem Niveau, die Daten sind jedoch durch die späten chinesischen Neujahrsfeiern verzerrt.

Risiken sollten entschädigt werden

Wir rechnen in diesem Jahr unverändert mit einer weltweiten Konjunkturerholung. Dabei neutralisieren sich die möglichen positiven Wachstumsüberraschungen in den USA  und die gegenwärtig wieder höheren Risiken in der Eurozone (Italien, Zypern). Insgesamt sind Sachwertanlagen (Aktien und Immobilien) unter den beschriebenen Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten attraktiver als (risikolose) Staatsanleihen und Liquidität. Risiken für unsere taktische Positionierung bestehen – wenngleich mit kleiner Wahrscheinlichkeit - in einem erneuten heftigen Ausbruch der Eurokrise, ausgelöst z. B. durch die politische Pattsituation in Italien. Ein weiteres Risikoszenario stellt eine unerwartete Zinswende der FED dar, wodurch ein „Zinsschock“ ausgelöst werden könnte. Ein starker Rückgang der Immobilienpreise in China und der Schweiz ist für die kommenden Monate unwahrscheinlich, da dies eine Zinserhöhung bedingt.

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