Amerikanische Banken mit Rekordausschüttungen

Zusammenfassung

Die amerikanischen Aktienindizes S&P 500 und NASDAQ erreichten diese Woche neue Höchststände, angetrieben von fallenden langfristigen Zinsen, dem erfolgreichen Stresstest der US-Banken sowie der Einigung auf ein parteiübergreifendes Infrastrukturpaket in der Höhe von USD 1'000 Mrd.

Für die amerikanischen Banken werden zum 30. Juni Beschränkungen bei Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen enden, sodass in Anbetracht der hohen Eigenkapitalquoten allein die größten sechs Institute mehr als USD 140 Mrd. ausschütten dürften. Davon sind die schweizerischen und europäischen Grossbanken weit entfernt und liegen folglich auch in der Aktienperformance uneinholbar zurück.

Aktuelle Situation

Die Stimmung an den Aktienmärkten bleibt aufgrund der moderaten Töne des amerikanischen Notenbank (FED)-Präsidenten Powell vor dem US-Kongress positiv, auch wenn der regionale FED-Vorsitzende Bostic von Atlanta sich die erste Leitzinserhöhung bereits Ende 2022 vorstellen kann. Es ist davon auszugehen, dass das FED mit der Beendigung des Anleihekaufprogramms und den Leitzinserhöhungen keine Eile hat.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich offenbar nicht auf eine neue Definition des Begriffs "Preisstabilität" einigen können. Konsens besteht, dass eine Inflationsrate von zeitweilig über 2% nach dem Unterschießen der letzten Jahre toleriert werden kann. Insgesamt hat die EZB deutlich mehr Spielraum als das FED, mit der ultra-expansiven Geldpolitik fortzufahren. Demnach sind Leitzinserhöhungen frühestens 2023 zu erwarten.

Kurz vor Ende des Halbjahres hat die Neuemissionstätigkeit grüner Anleihen ("Green Bonds") in der Eurozone mit etwa EUR 105 Mrd. schon fast das Volumen des Vorjahres erreicht, während in USD das Niveau sogar leicht überschritten wurde (aktuell 76 Mrd. USD). Die hohe Dynamik der Emissionen von "Green Bonds" dürfte vor allem mit den ab September anstehenden Emissionen der EU sowie mit der Bevorzugung von "Green Bonds" durch die EZB bei den Anleihekäufen noch zunehmen. Das enorme Wachstumspotential von "Green Bonds" zeigt sich darin, dass bisher erst 1.3 % vom ausstehenden Gesamtvolumen der Euro-Staatsanleihen als "grün" klassifiziert sind.

Unsere Empfehlung

Die rasche Verbreitung der "Delta-Variante" des Coronavirus könnte die Aktienmärkte zwar kurzfristig belasten, doch setzen wir aufgrund der rekordverdächtig steigenden Gewinnerwartungen der Unternehmen und beständig tiefen Zinsen unvermindert auf eine Übergewichtung von Aktienanlagen. Dabei bevorzugen wir insbesondere den Gesundheitssektor und zinssensitive Wachstums- und Technologietitel.

Mit diesem Anlagebericht verabschieden wir uns in die Sommerpause. Der nächste Anlagebericht erscheint wieder am 13.08.2021.

Taktische Positionierung

Obligationen: untergewichten; mittlere Laufzeiten bevorzugen, Unternehmensanleihen übergewichten
Aktien: Übergewichtung; Schweiz, UK übergewichten USA , Japan, Europa und Schwellenländer neutral gewichten
Währungen: USD/CHF über 0.90 und EUR/CHF über 1.09 teilweise absichern
Rohstoffe: Industriemetalle übergewichten
Edelmetalle: Gold neutral, Silber und Platin übergewichten
Immobilien: übergewichten (Anlagestiftungen, geschlossene Immobilienfonds)
Transaktionen: Aktien: - ; ;Obligationen: -
Themen: Sektoren Healthcare, Technologie


25.06.2021 / Matthias Wirz