Unsere Anlagepolitik

Expansivere Geldpolitik der Notenbanken begünstigt auch 2020 Aktienanlagen Da die bedeutenden Zentralbanken in den nächsten Monaten ihre Geldschleusen weit geöffnet halten, bleiben die kurzfristigen Zinsen auch 2020 ausserordentlich tief und stimulieren daher das Wirtschaftswachstum. Demzufolge sollten die grossen Industrieländer im nächsten Jahr weiterhin bei noch moderaten
Inflationsraten wachsen. Ausgehend von den USA dürfte mit zeitlicher Verzögerung die Teuerung in der zweiten Jahreshälfte zunehmen, weshalb die amerikanische Notenbank (FED) ihre Geldpolitik
wieder restriktiver gestalten wird.
Wir halten somit für das 1. Quartal 2020 an der Übergewichtung der Aktienanlagen und Unternehmensanleihen
sowie Immobilienanlagen weiterhin fest.
- Aktien: Moderate Übergewichtung; in einem Umfeld besserer Konjunkturperspektiven und daher leicht steigenden langfristigen Zinsen dürften 2020 zyklische Titel überdurchschnittlich abschneiden. In der Schweiz fallen Industrietitel, Banken sowie Small & Mid Caps in diese Kategorie. Ein Grossteil dieser Aktien ist im Gegensatz zu den defensiven Titeln (u.a. Nestlé, Novartis, Roche) noch nicht teuer. Regional bevorzugen wir Asien, die Schwellenländer und Japan. Aber auch Deutschland mit seiner nach Asien ausgerichteten Exportindustrie sollte bei einem Handelsabkommen zwischen China und den USA zu den Gewinnern gehören.
- Obligationen: Untergewichtung; die langfristigen Zinsen dürften infolge mittelfristig höherer Inflationserwartungen leicht ansteigen und folglich zu steileren Renditekurven führen. Die Anleihekäufe der EZB in der Höhe von monatlich EUR 20 Mrd. werden den erwarteten Zinsanstieg indes begrenzen. Unverändert sind Unternehmensanleihen und selektiv Hartwährungs-Obligationen aus Schwellenländern
zu bevorzugen.
- Immobilien: Übergewichtung; das seit längerem rekordtiefe Zinsniveau hat zu einem „Boom“ in Immobilienanlagen geführt. Eine rekordverdächtige Zahl an Kapitalerhöhungen von Immobilienfonds
und Immobilien-Anlagestiftungen widerspiegeln die hohe Nachfrage nach dieser Anlagekategorie. Diese erzielt noch immer deutlich höhere Anlagerenditen als Anleihen, weshalb wir weiterhin nicht kotierte
Anlagestiftungen und ausländische indirekte Immobilienanlagen empfehlen.
- Edelmetalle und Rohstoffe: neutrale Gewichtung; die Aufhellung der weltweiten Konjunkturlage sollte im nächsten Jahr zu steigenden Ölpreisen führen. Bei gleichzeitig tiefer Bewertung und hohen Dividendenrenditen sollten Energieaktien ihren enormen Performancerückstand gegenüber dem Gesamtmarkt in den nächsten Monaten mindestens teilweise aufholen können. Gold wird seinen Nimbus als sicherer Hafen zum Teil einbüssen, aber durch die stetige Nachfrage der Zentralbanken gestützt.
- Währungen: Die erneuten Staatsanleihenkäufe der EZB werden den EUR handelsgewichtet auf vergleichsweise tiefem Bewertungsniveau halten. Dagegen wird der USD trotz der in 2019 erfolgten drei
Zinssenkungen kaum an Stärke einbüssen, da die Zinsdifferenz zugunsten des USD immer noch gross ist und im US-Wahljahr 2020 die Staatsausgaben weiter erhöht werden dürften. Das GBP wird durch die absolute Mehrheit der Tories im englischen Parlament gestärkt, weil damit der Brexit nun erfolgen sollte.

 

Unser ganzer Finanzmarktausblick 1. Quartal 2020 als pdf.