Unsere Anlagepolitik

Obwohl sich die Wirtschaftsdaten verschlechtert haben, ist in den kommenden Monaten eine globale Rezession unwahrscheinlich. Die bereits getätigten und noch folgenden Leitzinssenkungen der führenden
Notenbanken wirken wie eine Versicherung gegen einen weitergehenden Konjunkturabschwung. Zusätzlich könnte eine allfällig expansivere Fiskalpolitik Deutschlands das Wachstum in Europa stützen.
Entsprechend bevorzugen wir unverändert Aktienanlagen gegenüber Liquidität und Anleihen. Dabei wird der Fokus weiterhin auf weniger zyklische und dafür dividendenstarke Sektoren und Titel gesetzt.
Als Ergänzung eignen sich Immobilien und Gold.


- Aktien: weiterhin leichte Übergewichtung: Aktienanlagen aus Schwellenländern, Asien und Japan weisen attraktive Bewertungen aus und profitieren überdurchschnittlich von einem möglichen Handelsabkommen zwischen China und den USA. Sie sind aber zyklischer und damit risikoreicher. Aufgrund der hohen Bewertung sind wir bei schweizerischen und amerikanischen Aktienanlagen zurückhaltender, jedoch bieten diese infolge der defensiven Struktur mehr „Schutz“ in einem unsicheren konjunkturellen Umfeld.
- Obligationen: Untergewichtung. Die Anleihekäufe der EZB in der Höhe von 20 Mrd. EUR pro Monat sind „gute“ Nachrichten für Staatsanleihen der Peripherie in der Eurozone, wie zum Beispiel Italien, Griechenland oder Portugal, aber auch für sämtliche übrigen Anleihekategorien. Die ausstehenden Anleihen in CHF und EUR verzeichnen inzwischen überwiegend negative Verfallsrenditen. Wir empfehlen nur selektiv Neuemissionen von Unternehmen mit attraktiver Rendite und mindestens Investment-Grade Rating.
- Immobilien: Übergewichtung, obwohl mittlerweile das Bewertungsniveau hoch ist. Sobald das Zinsniveau ansteigen wird, sind Immobilien anfällig auf eine Korrektur. Wir bevorzugen weiterhin ausländische indirekte Immobilienanlagen oder nicht kotierte Anlagestiftungen. Die kotierten Schweizer Immobilienfonds haben zuletzt enorm vom allgemein sinkenden Zinstrend profitiert. Dadurch sind die „Agios“ bzw. die Aufpreise auf den Buchwert auf Rekordniveaus angestiegen.
- Edelmetalle und Rohstoffe: Das Aufflammen von politischen Krisen im Nahen Osten führt periodisch zu steigenden Ölpreisen. Die weltweite Konjunkturverlangsamung begrenzt dagegen die Nachfrage und damit das Preispotential. Tiefe Realzinsen und die ungebrochen hohe Nachfrage der Zentralbanken dürften dem Goldpreis mittelfristig weiterhin Auftrieb verleihen, wenngleich nach der starken Kurssteigerung der letzten Monate vorerst eine Konsolidierung eintreten sollte.
- Währungen: Die jüngsten Zinssenkungsrunden der grossen Zentralbanken haben das Währungsgefüge bisher kaum verändert. Mittelfristig dürfte der Euro aufgrund der Anleihekäufe der EZB gegenüber dem USD aber auch CHF zur Schwäche neigen. Das GBP wiederum ist stark abhängig vom Brexit-Kurs der Regierung. Während ein harter Brexit das deutlich unterbewertete GBP weiter abwerten liesse, dürfte ein „weicher“ Brexit das Gegenteil bewirken.

Ganzer Finanzmarktausblick 4/2019 als pdf