Don't catch a falling knive - Markteinschätzung

11.05.2020

Viel wird über die Ausbreitung des Corona-Virus geschrieben, noch vielmehr spekuliert, was denn nun die Auswirkungen auf Bevölkerung und Wirtschaft sein werden. Fakt ist, wir wissen es nicht, noch nicht. Wie in einem Marktkommentar eines Mitbewerbers zutreffend geschrieben, werden wir wohl die konkreten Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum Ende Q1 2020 einigermassen abschätzen können, schlichtweg schlecht wird der Februar und März sein. 

Meist wird aber das Erholungspotential massiv unterschätzt, das Schwierige ist aber gerade diesen Zeitpunkt abzuschätzen, wann diese Erholung einsetzen wird. Dies ist auch der Grund für die überaus deutlichen Kursverluste an den Aktienmärkten, in abgeschwächter Form auch bei Unternehmensanleihen. Nach einen ausserordentlich guten Aktienjahr 2019 überraschte uns nur die Heftigkeit der Korrektur, nicht die Korrektur an sich. Wir haben deshalb bereits im Januar Aktienanlagen verkauft und Liquidität geschaffen.

In der obigen Kursgrafik mit der Entwicklung verschiedener Aktienindizes ist ersichtlich, dass der Einbruch in den letzten Tagen nicht so aussergewöhnlich ist, das aus Anlegersicht Angst und Panik aufkommen muss. Die Kursentwicklung ist vergleichbar mit Januar 2018, dem 4. Quartal 2018, April-Mai 2019, also ein häufig auftretendes Risiko, das Aktienanleger akzeptieren müssen, damit auch langfristig eine attraktive Rendite erzielt werden kann.

 Wir gehen davon aus, dass durch die doch eher drastischen und totalitären Massnahmen der Regierungen weltweit eine starke Ausbreitung des Virus zumindest gestoppt werden kann (Beispiel Singapur) und dann eine Beurteilung des wirtschaftlichen Schadens gemacht werden kann. Wir sind überzeugt, dass eine V-förmige Wirtschaftsentwicklung als unser Basisszenario für 2020 passt. Zudem ist es wahrscheinlich, dass die US Notenbank die Zinsen wiederum senkt, was zumindest den Anlegern hilft. Die SNB scheint im Devisenmarkt bereits aktiv zu sein und möchte der Exportindustrie Luft verschaffen.

Somit werden wir die im Januar in Erwartung einer Korrektur geschaffenen liquiden Mittel in den kommenden Wochen reinvestieren. Wir warten noch auf das Messer, das am Boden aufschlägt. In der Grafik sind Indizes aufgelistet, die von einer Erholung profitieren sollten: Schweizer Exporttitel, US-Technologie oder weltweit Automation und Robotics, „Emerging Markets“ (welche eher günstig bewertet sind) und auch die grossen CH-Titel, vor allem Pharma und Firmen, welche für die schnellere und präzisere Diagnose von Krankheiten, Produkte und Dienstleistungen liefern.

Hoffen wir zudem, dass all diejenigen, die von diesem Grippevirus befallen sind, die Kraft aufbringen und Unterstützung erhalten, diesen erfolgreich zu bekämpfen.