Freizügigkeitsleistung - der steuerlich optimale Bezugszeitpunkt

Das Pensionskassenguthaben ist meist eine der grossen Vermögenspositionen eines Arbeitnehmers. Wenn dieser vor Erreichen des Rentenalters seine Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise aufgibt, stellt sich die Frage der optimalen Anlage der ausbezahlten Freizügigkeitsleistung. 

Optimaler Bezugszeitpunkt

Wird bis zum Erreichen des Rentenalters (derzeit: Frauen 64, Männer 65) keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen, so ist zu entscheiden, wann und wie dieses Geld bezogen werden soll. Ist genügend frei verfügbares Vermögen für den Lebensunterhalt vorhanden, so sollte der Bezug des Freizügigkeitsguthabens solange wie möglich aufgeschoben werden. Spätestens im Alter 69 (Frauen) oder 70 (Männer) muss das Kapital jedoch bezogen werden.

Wertschriften oder Konto

Zudem sollte aufgrund der längeren Anlagedauer anstelle einer praktisch zinslosen Anlage auf einem oder zwei Freizügigkeitskonti in Wertschriften investiert werden. Als Alternative zu den üblicherweise angebotenen, meist sehr teuren und starren Strategiefonds, können ab CHF 500'000 diese Gelder individuell und abgestimmt auf das Gesamtvermögen im Rahmen der Vorsorgeanlagerichtlinien (BVV2) über eine Freizügigkeitsstiftung wie ein «normales» Wertschriftenvermögen durch die Trafina Privatbank AG verwaltet werden.

Steuerreduktion durch Aufschub

Insbesondere in «Hochsteuerkantonen» wie Basel-Stadt oder Baselland ist es wegen der hohen Einkommens- und vor allem Vermögenssteuer von Vorteil, die gesamte Freizügigkeitsleistung erst mit Alter 69/70 zu beziehen. Damit kann von der steuerfreien Anlage der Gelder für weitere 5 Jahre profitiert werden und erhebliche Vermögens- und Einkommenssteuern gespart werden. Dank des verlängerten Anlagezeithorizontes und des aktuellen Negativzinsumfeldes ist es empfehlenswert, die Freizügigkeitsleistung in Aktien oder indirekten Immobilienanlagen anzulegen statt auf dem Konto zu belassen.

Ein oder zwei Freizügigkeitskonti

Oft wird empfohlen, durch Aufteilung des Freizügigkeitsguthabens einen gestaffelten Bezug zu ermöglichen, um die Progression bei der Kapitalauszahlungssteuer zu brechen. Zu beachten ist, dass das vorzeitig bezogene Geld dann bis zum seinem Verbrauch der Vermögens- und der Einkommenssteuer unterliegt und beim Kapitalbezug auch beim Freizügigkeitsguthaben eine vorgängige dreijährige Sperrfrist nach der letzten Einzahlung in die ursprüngliche Pensionskasse besteht.

Eine sorgfältige Planung der Vorsorge und die Erstellung einer «Modellrechnung» zusammen mit der Trafina Privatbank AG lohnt sich.

Und noch etwas: 
Ist ein Eigenheim vorhanden, so ergeben sich für das Freizügigkeitsguthaben sehr attraktive Verzinsungsmöglichkeiten bei äusserst tiefen Anlagerisiken und gleichzeitig erheblicher Reduktion der Einkommenssteuern.

30.6.2020 / J.N. Fahrenberg