Institutsleiterfonds der Hochschule für Musik Basel «Klassik»

Institutsleiterfonds der Hochschule für Musik Basel «Klassik»

Foto: © S. Drescher

Jährlich entrichtet die Trafina Privatbank AG eine Vergabung an den Institutsleiterfonds der Hochschule für Musik Basel, Bereich Klassik. Dieser Fonds wurde ins Leben gerufen, um Stipendien niederschwellig als Soforthilfe an in Not geratene Studierende auszurichten, sowie zur Unterstützung für Teilnahme an Projekten / Kursen ausserhalb der Hochschule, wenn diese mit Kosten für Reise oder Teilnahmegebühren verbunden sind.

Im nachfolgenden Interview mit Herr Prof. Thomas Thüring* erhalten Sie einen Einblick in die Tätigkeit des Fonds.

*Herr Prof. Thomas Thüring ist Leiter des Instituts im Bereich Klassik mit rund 450 Studierenden. Er ist der Gesamtverantwortliche für die operativen Geschäfte, für strategische Fragen sowie für die Finanzen.

Herr Prof. Thüring, wie lange gibt es diesen Fonds schon?

Der Fonds existiert in dieser Form seit 2017.

Könnten Sie uns etwas über dessen Trägerschaft sowie die Handhabung berichten?

Der Fonds wird von der Musik-Akademie Basel zu Gunsten der Hochschule für Musik zweckgebunden geführt.

Der Fonds wird von uns nicht aktiv propagiert, da wir sonst von Anträgen überschwemmt würden, die wir – da der jährliche Betrag ja limitiert ist – zum grössten Teil abschlägig beantworten müssten. Wir halten selber Augen und Ohren offen, um zu evaluieren, wo Geld aus dem Fonds sinnvoll eingesetzt werden könnte. Teilweise werden wir auch von Dozierenden angefragt, ob wir nicht Studierende aus einem bestimmten Grund unterstützen könnten.

Sicher wird der Fonds rege genutzt. Welches sind gängige Anfragen für eine Unterstützung?

Ein fremdsprachiger Student hat das Formular, mit dem anfangs des Studienjahrs Stipendien beantragt werden können, aus sprachlichen Gründen nicht verstanden und deshalb mit falschen Zahlen ausgefüllt. Aufgrund seiner irrtümlich falschen Angaben konnte ihm vorerst kein Stipendium zugesprochen werden. Auf seinen Rückkommensantrag – nun mit den korrekten Zahlen – musste eingegangen werden, allerdings waren alle anderen Stipendien bereits ausbezahlt und folglich war kein Geld mehr im „Topf“. Dank dem separaten Fonds konnte dennoch eine angemessene Unterstützung geleistet werden.

Die Posaunenklasse reist gemeinsam mit ihrem Dozenten ins Südtirol, um dort eine Woche intensiv zu arbeiten: individuelles Üben, gemeinsames Proben, Unterricht mit dem Dozenten. Den grössten Teil der Kosten übernehmen die Studierenden selbst, der Fonds leistet ebenfalls einen unterstützenden Beitrag.

Obwohl wir von unserer Seite immer darauf hinweisen, versäumen es manche Studierende, die in der Schweiz üblichen und sinnvollen Versicherungen abzuschliessen. In einem absoluten Härtefall hat der Fonds einen Studierenden unterstützt, der mangels einer Haftpflichtversicherung an den Rand des finanziellen Ruins geraten ist.

Wie sehen Sie die Zukunft des Institutsleiterfonds?

Die Hochschule für Musik schätzt sich glücklich, in Basel ein grosszügiges Umfeld in Bezug auf finanziellen Support vorzufinden!

Jegliche Form von Unterstützung ermöglicht unseren Studierenden eine bessere Ausbildung und Vorbereitung auf ihr Berufsleben, vor allem weil das Musikstudium finanziell herausfordernd ist. In diesem Sinne sind wir dankbar, wenn der Fonds uns – und damit unsere Studierenden! – weiterhin unterstützen kann.


Herr Prof. Thüring, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen und den Studierenden weiterhin viel Erfolg!


Nicole Biri, 3. Januar 2023