«Freiwillige Denkmalpflege stärkt den Erhalt und das Bewusstsein für Baukultur.» Marc Hoch

Freiwillige Denkmalpflege

– Erhalt historischer Werte

Wer Basel kennt, kennt in der Regel auch die folgenden drei ikonischen Gebäude: das Küchlin in der Steinenvorstadt mit seiner einprägsamen Fassade, die Safranzunft in der Falknerstrasse mit dem wunderbaren Zunftsaal oder den Badischen Bahnhof mit der imposanten Schalterhalle. Es käme daher wohl niemandem in den Sinn, diesen drei Gebäuden eine wichtige Bedeutung für das Stadtbild von Basel abzusprechen. Dies war jedoch nicht immer der Fall, und es ist einer privaten Organisation zu verdanken, dass diese Gebäude in ihrer jetzigen Form erhalten blieben und nicht verändert bzw. abgerissen wurden: Baukult – Freiwillige Basler Denkmalpflege. Marc Hoch ist Kassier dieses privaten Vereins und bringt uns im folgenden Bericht die Geschichte, Aufgabe und Bedeutung der Freiwilligen Basler Denkmalpflege etwas näher.

Marc Hoch
«Freiwillige Denkmalpflege stärkt den Erhalt und das Bewusstsein für Baukultur.» Marc Hoch, Vermögensverwaltung, Bilanzsteuerung

Freiwillige Denkmalpflege – Erhalt historischer Werte

Der Erhalt historischer Bauten und Kulturgüter ist nicht nur eine staatliche Aufgabe, sondern auch ein Anliegen vieler Privatpersonen und Organisationen. Freiwillige Denkmalpflege spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem sie dazu beiträgt, wertvolle Zeugnisse unserer Geschichte zu bewahren und die kulturelle Identität unserer Städte zu stärken.

Ein sehr gutes Beispiel für solches Engagement ist Baukult – Freiwillige Basler Denkmalpflege. Gegründet 1913 von einem Kreis um den Basler Altertumsforscher Ernst Alfred Stückelberg, setzt sich der Verein seit über einem Jahrhundert für den Schutz und die Erhaltung des architektonischen Erbes im Kanton Basel-Stadt ein. Neben bekannten Bauwerken wie Kirchen oder Herrschaftshäusern engagiert sich Baukult insbesondere für weniger prominente, aber ebenso bedeutende Gebäude – darunter Miethäuser, Arbeitersiedlungen, Fabriken, Bahnhöfe und Gottesäcker. Diese Bauwerke prägen die Identität der Stadt und erzählen ihre einzigartige Geschichte.

Dank des Einsatzes von Baukult wurden zahlreiche historische Gebäude in das kantonale Verzeichnis der schützenswerten Denkmäler aufgenommen und somit vor dem Abriss bewahrt. Beispiele hierfür sind der Bäumlihof (1972), das Safranzunfthaus (1973), das ehemalige Varieté Küchlin (1993), der Badische Bahnhof (1994) und der Wolfgottesacker (1996). Trotz verbesserter gesetzlicher Grundlagen bleiben viele Baudenkmäler gefährdet, weshalb der Schutz historischer Substanz eine kontinuierliche Aufgabe darstellt.

Der Verein legt großen Wert darauf, die Öffentlichkeit für die Anliegen der freiwilligen Denkmalpflege zu sensibilisieren. Durch Vorträge und Publikationen werden Interessierte informiert und zum Mitwirken angeregt. Für seine Mitglieder organisiert Baukult zudem interessante Führungen und Exkursionen, die Einblicke in sonst schwer zugängliche Gebäude ermöglichen und das Bewusstsein für den besonderen Wert dieser Bauwerke stärken.

Küchlin, Basel; Foto: Staatsarchiv Basel-Stadt
Küchlin, Basel; Foto: Staatsarchiv Basel-Stadt

Grundsätze der Denkmalpflege

Die Denkmalpflege basiert auf internationalen Standards und Konventionen, die den respektvollen Umgang mit historischen Bauten sicherstellen. Ein zentrales Dokument ist die Charta von Venedig von 1964, die als wichtigste Richtlinie für die Konservierung und Restaurierung von Denkmälern gilt. Sie legt fest, dass Eingriffe am Denkmal nur dann vorgenommen werden sollten, wenn sie zwingend notwendig sind.

Ein weiterer wichtiger Grundsatz ist die Reversibilität von Maßnahmen. Das bedeutet, dass Veränderungen am Denkmal so durchgeführt werden sollten, dass sie rückgängig gemacht werden können, ohne das Originalmaterial zu beschädigen. Dieser Ansatz gewährleistet, dass zukünftige Generationen die Möglichkeit haben, das Denkmal in seinem ursprünglichen Zustand zu erleben.

In der Schweiz orientiert sich die Denkmalpflege an den Leitsätzen der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD). Diese Leitsätze betonen die Bedeutung der Erhaltung der historischen Bausubstanz und fordern, dass Veränderungen am Denkmal sorgfältig geplant und dokumentiert werden. Zudem wird empfohlen, dass Eingriffe möglichst zurückhaltend und reversibel durchgeführt werden

Märthof, Basel; Foto: Staatsarchiv Basel-Stadt
Märthof, Basel; Foto: Staatsarchiv Basel-Stadt

Warum ist freiwillige Denkmalpflege wichtig?

  • Erhalt von Kulturgütern: Historische Gebäude formen das Stadtbild und unsere kulturelle Identität. Sie sind Zeugen vergangener Epochen und tragen zur Vielfalt und Attraktivität unserer Städte bei.

  • Nachhaltige Wertschöpfung: Restaurierungen erhöhen sowohl den ideellen als auch den materiellen Wert von Bauwerken. Durch die Erhaltung und Nutzung historischer Gebäude wird der Ressourcenverbrauch reduziert und die Umwelt geschont.

  • Gesellschaftliches Engagement: Private Initiativen wie die Freiwillige Basler Denkmalpflege füllen Lücken, die durch begrenzte öffentliche Mittel entstehen. Sie fördern das Bewusstsein für Denkmalschutz in der Gesellschaft und tragen zur aktiven Mitgestaltung des urbanen Raums bei.

Neben dem privaten Engagement von Marc Hoch als Vereinskassier verbindet die Trafina Privatbank AG mit der Freiwilligen Basler Denkmalpflege nicht nur die geschichtliche Verankerung in Basel, sondern auch das gemeinsame Ziel der langfristigen Erhaltung von Werten – seien dies kulturhistorisch wichtige Gebäude oder die Vermögen unserer Kundschaft. Weitere Informationen über Baukult – Freiwillige Basler Denkmalpflege und seine Aktivitäten finden sich auf der Webseite des Vereins: www.baukult.ch

Marc Hoch, 01. April 2026